OSTEOPOROSE UND ZAHNGESUNDHEIT: AUCH DER KIEFER LEIDET!

Dr. Muhle News   •   24. Mai 2017

Chronische Krankheiten betreffen unseren gesamten Organismus. Dass auch der Kiefer Teil dieses komplexen Systems ist, wird oft übersehen. In einem früheren Beitrag haben wir bereits die Einflüsse von Diabetes auf die Zahngesundheit untersucht. Doch wie sieht es eigentlich mit Osteoporose aus?

Osteoporose ist eine Stoffwechselerkrankung der Knochen, bei der das Gleichgewicht zwischen Knochenauf- und -abbau gestört ist. Es wird also mehr Knochenmasse abgebaut, als aufgebaut. Im Verlauf der Erkrankung nimmt die Knochendichte stetig ab, wodurch sie porös werden und folglich leichter brechen.

KNOCHENSCHWUND IST (K)EINE FRAGE DES ALTERS!

Osteoporose wird oft als Alterskrankheit betitelt. Die Realität sieht allerdings anders aus. Denn Osteoporose kann in jedem Alter auftreten. Im Alter tritt Osteoporose als Folge des veränderten Hormonhaushaltes auf. Bei Frauen tritt Osteoporose vor allem ab dem 45., bei Männern ab dem 55. Lebensjahr auf. Bei Frauen spielen insbesondere Hormonveränderungen in den Wechseljahren und dem Mangel an Östrogenen eine große Rolle bei der Entstehung von Osteoporose.

Osteoporose kann allerdings auch in jungen Jahren auftreten. Wie so oft spielen hier insbesondere genetische Veranlagungen eine wichtige Rolle. Auch die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente wie z.B. Kortison oder Vorerkrankungen wie Schilddrüsen- oder Nierenüberfunktion, chronische Magen-Darm-Erkrankungen, Rheuma und Mangelernährung können die Entstehung von Osteoporose begünstigen.

AUCH DIE ZÄHNE LEIDEN!

“Zähne sind doch keine Knochen”. Stimmt, aber für einen festen Halt und gute Verankerung der Zähne ist ein gesunder Kieferknochen Grundvoraussetzung. Und genau hier kommt eine Osteoporose Erkrankung ins Spiel. Zahlreiche Studien haben den direkten Zusammenhang zwischen einer Erkrankung an Osteoporose und Parodontitis belegt. Menschen mit Osteoporose verlieren generell mehr Zähne als Menschen, die nicht an einer solchen Erkrankung leiden. Besonderes die medikamentöse Behandlung einer Osteoporose Erkrankung birgt zahntechnisch tückische Gefahren.

OSTEOPOROSEMEDIKAMENTE: FREUND ODER FEIND?

Osteoporose Erkrankungen werden häufig mit Medikamenten wie Bisphosphonate und Denosumab behandelt. Solche Medikamente wirken der Osteoporose entgegen, indem sie solche Zellen hemmen, die am Knochenabbau mitwirken. Das Ungleichgewicht zwischen Knochenauf- und -abbau wird somit behoben. Zusätzlich wird dem Kalziumverlust der Knochen entgegengewirkt, was die Knochenstärkung zusätzlich unterstützt.

Bisphosphonate und Denosumab bergen allerdings neben den positiven Wirkungen auch erhebliche Nebenwirkungen. In der Folge kann dies zum Beispiel bei einem operativen Eingriff zur sogenannten Kiefernekrose, dem Absterben des Kiefergewebes, führen.

BISPHOSPHONATE – SPRECHEN SIE MIT IHREN ZAHNARZT

Bei der Einnahme von Bisphosphonaten sind zahnchirurgische Eingriffe, wie z.B. das operative Entfernen von Zähnen oder Implantation sorgfältig abzuwägen. Durch den gestörten Knochenstoffwechsel können Wunden eventuell nur schwer heilen. Es können Entzündungen und Implantatsverluste vorkommen.

Osteoporose ist somit nicht nur ein Fall für Ihren Orthopäden, sondern auch für Ihren Zahnarzt. Um Ihnen eine ganzheitliche Gesundheit zu ermöglichen, möchten wir Ihnen bei einer diagnostizierten Osteoporose raten, sich mit auch mit Ihrem behandelnden Zahnarzt bei Dr. Muhle und Partner in Verbindung zu setzen. Leiden Sie an Osteoporose oder wurde Ihnen eine medikamentöse Therapie verschrieben, ist eine gründlich zahnmedizinische Versorgung bereits vor Beginn der Therapie unbedingt notwendig.

In Ihrer Zahnarztpraxis Dr. Muhle und Partner in Berlin Schöneberg und am Kurfürstendamm stehen wir Ihnen jederzeit zur Seite. Sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie jederzeit gerne und ausführlich zu Ihren individuellen Möglichkeiten. Denn Ihre Gesundheit steht für uns an erster Stelle!

2018-09-14T16:11:19+00:00